Was Bandscheiben tun
Zwischen den Wirbelkörpern liegt jeweils eine Bandscheibe aus festem Faserring und weichem Kern. Sie verteilt Druck, dämpft Stöße und macht die Wirbelsäule beweglich. Versorgt wird sie über Bewegung: Be- und Entlastung im Wechsel lassen sie Flüssigkeit aufnehmen und abgeben.
Vorwölbung und Vorfall
Eine Vorwölbung bedeutet, dass sich die Bandscheibe nach außen wölbt, ohne dass der Faserring durchbrochen wird. Bei einem Vorfall tritt Gewebe des inneren Kerns durch den Faserring aus. Ob daraus Beschwerden entstehen, hängt vor allem davon ab, ob eine Nervenwurzel gereizt oder gedrückt wird.
Warum viele Befunde ohne Beschwerden bleiben
Bildgebende Untersuchungen finden Vorwölbungen und Vorfälle auch bei Menschen, die nichts spüren. Ein Befund allein sagt daher wenig; entscheidend ist das Beschwerdebild zusammen mit der körperlichen Untersuchung.
Verlauf ohne Operation
Der Körper kann ausgetretenes Gewebe über Wochen und Monate teilweise abbauen. Viele Menschen erleben deshalb eine deutliche Besserung, ohne dass operiert wird. Eine Operation wird vor allem bei ausgeprägten Nervenausfällen, in Notfallsituationen oder bei langem, schwerem Verlauf erwogen. Diese Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Dringend abklären
Neu auftretende Lähmungen, Taubheit im Reithosenbereich sowie neue Störungen von Blase oder Darm sind ein Notfall und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden.